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Zuverlässig im Wandel

Wir stehen für Vielfalt, Demokratie und Gemeinschaft

Als Genossenschaft ist es unser ureigener Auftrag, unsere Mitglieder und die Region zu fördern. Wir übernehmen Verantwortung und unterstützen Vereine und Institutionen dabei, ihre wichtige Arbeit zu leisten. Dabei verstehen wir uns als Wertegemeinschaft. Offenheit, Toleranz, Wertschätzung und gegenseitiger Respekt sind seit jeher Werte, die wir vertreten. Bei uns ist jeder Mensch willkommen – unabhängig von Herkunft, Religion oder persönlicher Lebensweise. Das gilt für unsere Kundinnen, Kunden und Mitglieder genauso wie für unsere Mitarbeitenden.

Chancen und Herausforderungen für Privatkundinnen und -kunden

Nach den inflationsgeprägten Jahren hat sich die wirtschaftliche Lage 2025 spürbar stabilisiert. Die Inflationsrate bewegt sich weiterhin auf einem moderateren Niveau von 2,2 % im Jahresdurchschnitt. Dennoch bleiben die Lebenshaltungskosten für viele unserer Kundinnen und Kunden hoch. Insbesondere Mieten, Energiepreise und Lebensmittel belasten weiterhin die privaten Haushalte, auch wenn der Preisdruck insgesamt nachgelassen hat. Aufgrund der Verunsicherung durch die wirtschaftliche Gesamtlage bleibt der private Konsum insgesamt eher verhalten.

Hendrik Johannsen, Unternehmenskundenbetreuer in Flensburg

Nach mehreren Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank im Verlauf von 2024 und zu Beginn des Jahres 2025 sind die Darlehenszinsen deutlich gesunken. Dies hat zu einer spürbaren Belebung der Nachfrage nach Finanzierungen geführt. Vor allem Immobilienkäufe und Modernisierungsvorhaben werden wieder verstärkt nachgefragt, nachdem viele Investitionsentscheidungen in den Vorjahren aufgeschoben wurden. Gleichzeitig bleiben Baukosten und regulatorische Anforderungen ein Risiko für unsere Kundinnen und Kunden, insbesondere im Neubau-Bereich.

Das gesunkene Zinsniveau wirkt sich auch auf das Sparverhalten aus. Klassische Zinsprodukte wie Tages- und Festgeldkonten bieten geringere Renditen als in den Hochzinsphasen. Dadurch rücken alternative Anlageformen wie Aktien und Anleihen stärker in den Fokus. Das Wertpapiergeschäft gewinnt weiter an Bedeutung, bietet jedoch neben langfristigen Chancen auch erhöhte Schwankungen und Risiken, insbesondere vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheiten und volatiler Kapitalmärkte. Damit gewinnt die individuelle Vermögensstrukturierung weiter an Bedeutung.

Wir wissen, dass die Wünsche, Ziele und die persönliche Einstellung zu Chancen und Risiken in der Geldanlage sehr unterschiedlich sind. Unsere Beraterinnen und Berater der VR Bank Nord begleiten unsere Kundinnen und Kunden mit maßgeschneiderten Beratungskonzepten und individuellen Lösungen – passend zu jeder Lebensphase und jeder finanziellen Situation.

Wie sich das veränderte Zinsumfeld konkret auf den Immobilienmarkt und das Finanzierungsverhalten unserer Kundinnen und Kunden auswirkt und wie wir uns als Bank zukunftsfähig aufstellen, haben uns Simon Sievertsen und Tom Prötzig, Teamleiter aus unserer Immobilienfinanzierung, in einem Interview beantwortet.

Hier geht’s zum Interview.

Mehrwerte schaffen, Motivation steigern, Unternehmen stärken: Bericht aus unserer Firmenkundenbank

Nachhaltig gegen den Fachkräftemangel – unter diesem Motto haben wir im vergangenen Jahr drei Kundenveranstaltungen für unsere Firmenkundinnen und -kunden in Niebüll, Flensburg und Schleswig durchgeführt. Der Fokus lag dabei auf den Themen Mitarbeitendenbindung und Arbeitgeberattraktivität. Denn als strategischer Partner des regionalen Mittelstandes stehen wir unseren Firmenkundinnen und -kunden nicht nur beim Thema Finanzen, sondern ganzheitlich und nachhaltigkeitsorientiert zur Seite.

Hartmut Wiebe, Firmenkundenbetreuer in Niebüll

Keine Herausforderung für Deutschlands Mittelstand ist größer: 82 Prozent der befragten Unternehmen aus einer DZ BANK Mittelstandsstudie leiden unter dem Fachkräftemangel. Angesichts vieler unbesetzter Stellen kann es sich kaum ein Arbeitgeber erlauben, auf verantwortliches Handeln für Umwelt und Gesellschaft zu verzichten. Denn Mitarbeitende bevorzugen nachhaltige Unternehmen. Dabei bedeutet Nachhaltigkeit nicht nur einen ressourcenschonenden Umgang mit der Umwelt, auch soziale Aspekte wie Ethikrichtlinien, Antidiskriminierungsstandards und andere Leitlinien sorgen für ein faires Miteinander, das potenzielle und bestehende Mitarbeitende an das Unternehmen bindet.

Intelligent gestaltete Vergütungsmodelle und betriebliche Benefits sind ebenfalls attraktive Rahmenbedingungen, die über das klassische Gehalt hinausgehen. Hier steckt viel Potenzial für die Mitarbeitendengewinnung und -bindung ebenso wie für die wirtschaftliche Effizienz der Unternehmen. In den Kundenveranstaltungen, die wir gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für attraktive Personalinstrumente (DGAPI) durchgeführt haben, erhielten unsere Firmenkundinnen und -kunden wertvolle Impulse: Wie können sie die Vergütung ihrer Mitarbeitenden so gestalten, dass sie mehr Netto vom Brutto erhalten – ohne steigende Lohnnebenkosten? Welche zusätzlichen Maßnahmen – über das Gehalt hinaus – tragen wirksam zur Mitarbeitendenmotivation und zur Fachkräftebindung bei? Und wie lässt sich eine betriebliche Altersvorsorge umsetzen, die weder das Unternehmen noch die Mitarbeitenden finanziell belastet?

Dieses Veranstaltungsformat hat nochmals deutlich gemacht, dass wir unsere Firmenkundinnen und -kunden nicht nur als Finanzpartner, sondern als strategischer Impulsgeber begleiten. Dabei beraten wir ganzheitlich mit branchenspezifischer Expertise und individuellen und passgenauen Lösungen, die weit über Kredit- und Produktfragen hinausgehen. Das positive Feedback der Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer Veranstaltungen hat uns gezeigt: Mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit gelingt es, Mehrwerte sichtbar zu machen, Motivation zu stärken und Unternehmen langfristig als attraktive Arbeitgeber zu positionieren.

Handwerkspreis der Volksbanken Raiffeisenbanken

In unserem Geschäftsgebiet finden wir echte Meisterbetriebe. In der Lackiererei „Zauberofen“ in Großsolt treffen Handwerk, Innovation und Nachwuchsförderung aufeinander, denn Inhaberin Johanna Sander hat hier einen Ort geschaffen, an dem qualitativ hochwertige Handwerkskunst und die Ausbildung der nächsten Meistergeneration Hand in Hand gehen.

Dieses besondere Engagement wurde 2025 mit dem zweiten Platz beim Handwerkspreis der Volksbanken Raiffeisenbanken ausgezeichnet. Wir durften Johanna Sander zur Preisverleihung begleiten und erleben, wie viel Leidenschaft, Fachwissen und Herzblut in ihrem Betrieb stecken. Der „Zauberofen“ zeigt eindrucksvoll, wie modernes Handwerk heute aussieht – regional verwurzelt, innovativ gedacht und mit klarer Perspektive für die Zukunft.

Ralf Stamer, Präsident der Handwerkskammer Lübeck, Paul Smala, Leiter Firmenkunden Flensburg, Claus Ruhe Madsen, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus,  Johanna Sander und Katharina Greggersen von der Lackiererei Zauberofen, Jörn Arp, Präsident der Handwerkskammer Flensburg

Das Landwirtschaftsjahr 2025

Das Jahr 2025 war für die Landwirtschaftsbetriebe in unserem Geschäftsgebiet geprägt von Stabilisierung und vorsichtiger Zuversicht. Nach herausfordernden Vorjahren zeichnete sich in vielen Bereichen eine Phase größerer Stabilität ab, die Investitionsentscheidungen, Liquiditätssteuerung und Betriebsabläufe wieder planbarer machten. Eine positive Entwicklung der Agrarbranche sehen wir außerdem im Bereich der Nachhaltigkeit, welche sich zunehmend vom reinen Bürokratieaufwand zu einer echten Chance entwickelt. Erstmals honoriert die Landwirtschaftliche Rentenbank die Erstellung einer Klimabilanz mit einem Zuschuss, und es gibt Darlehen mit einem Zinsvorteil von 0,25 Prozent – ein wichtiges Signal für zukunftsorientiertes und verantwortungsvolles Wirtschaften.

Traditionell begann das Jahr mit der Fahrt nach Neumünster zum Landwirtschaftstag der Volksbanken Raiffeisenbanken. Impulsvorträge aus Politik und Praxis sowie der Austausch mit Landwirtinnen und Landwirten aus unserem Geschäftsgebiet boten erneut Raum für Gespräche über Marktentwicklungen, politische Rahmenbedingungen und betriebliche Perspektiven.

Bianca Ingwersen, Fachbetreuerin Agrar in Bredstedt

In der Schweine- und Milchbranche verlief das Jahr 2025 weitgehend unverfänglich. Nach den stark umkämpften Vorjahren haben sich die wirtschaftliche Lage sowie das Preisniveau für Milch und Schweine stabilisiert. Zum Ende des Jahres verzeichneten wir allerdings wieder eine zunehmende Volatilität und fallende Preise. Entlastend wirkte der Preisrückgang bei Betriebsmitteln wie Kraftfutter und Dünger. Nach hohen Verlusten durch die Blauzungenkrankheit im Jahr 2024 führte konsequentes Impfen 2025 zu einer deutlichen Entspannung, und neue Schadensmeldungen bei den Versicherungen blieben nahezu aus. Viele Milchviehbetriebe investierten in moderne, weitgehend automatisierte Technik, mit dem Ziel, mehr Unabhängigkeit von Fremdarbeitskräften sowie eine spürbare körperliche Entlastung im Arbeitsalltag zu schaffen.

Ackerbaubetriebe litten in den vergangenen zwei Jahren unter ungünstiger Witterung und schwachen Preisen. Positiv stimmten die guten Aussaatbedingungen im Herbst 2025. Investitionen im Ackerbau blieben 2025 überschaubar und beschränkten sich überwiegend auf Ersatzbeschaffungen. Vereinzelt wurden auch Flächen zugekauft – ein Zeichen langfristiger Planung.

Die Biogasbranche bleibt nach wie vor herausfordernd. Auslaufende EEG-Vergütungen, hohe Planungskosten, lange Genehmigungszeiträume und fehlende politische Klarheit erschweren Investitionsentscheidungen. Für Kundinnen, Kunden und uns als Bank ist es eine große Aufgabe, tragfähige Lösungen zu entwickeln.

Persönlicher Austausch zum Jahresabschluss: Unsere Agrarfrühstücke

Es ist uns wichtig, immer ein offenes Ohr für unsere Kundinnen und Kunden zu haben und zu wissen, was sie beschäftigt. Daher haben wir Ende letzten Jahres in sieben Veranstaltungen jeweils rund 35 Landwirtinnen und Landwirte zu uns in die Bank zum Frühstück eingeladen. In diesen Austauschen fernab von Kundenterminen haben wir in gemütlicher Atmosphäre über die Entwicklung der VR Bank Nord berichtet, über die herausfordernde Biogasbranche diskutiert und das Thema Nachhaltigkeit beleuchtet.

Die Möglichkeit, sich auch untereinander bei einem entspannten Schnack auszutauschen, wurde positiv aufgenommen und rundete die Veranstaltungen ab.

Vorstand Michael Möller im Gespräch mit Landwirtinnen und Landwirten

Erneuerbare Energien

Das Jahr 2025 war ein gutes Jahr für den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland. Die genehmigte Leistung für Windenergieanlagen (WEA) konnte im Vergleich zum Vorjahr um 47 Prozent erhöht werden und stieg von 14.056 Megawatt (MW) im Jahr 2024 auf 20.765 MW im Jahr 2025. Damit erreichten die erteilten Genehmigungen nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) neue Höchststände. Gleichzeitig reduzierte sich die Genehmigungsdauer, die im vergangenen Jahr in Schleswig-Holstein bei durchschnittlich 15,6 Monaten lag. In unserem Bundesland wurden 790 MW neu errichtete WEA-Leistung installiert. Damit belegen wir Platz 3 im Ranking der Bundesländer (Platz 1: NRW mit 1.358 MW, Platz 2: Niedersachsen mit 1.156 MW).

Gleichzeitig zeigt sich in den Ausschreibungsrunden der Bundesnetzagentur – sowohl im Bereich Wind an Land als auch bei Photovoltaik – ein intensiver Wettbewerb. Die lange Projektpipeline trifft auf einen starken Preisdruck, denn der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert ist weiter gesunken und markiert neue Niedrigstände. Dies wirkt sich unmittelbar auf die Wirtschaftlichkeit der Projekte aus. Die erzielbaren Einnahmen fallen etwas niedriger aus als in den Vorjahren, gleichzeitig steigen die Anforderungen an das eingesetzte Eigenkapital, und Projektkalkulationen werden insgesamt anspruchsvoller. Eine sorgfältige Strukturierung und Risikobewertung gewinnen damit weiter an Bedeutung. Trotz dieser Entwicklungen bleibt der Ausbau insgesamt dynamisch. Die geplanten Anlagen werden zudem immer leistungsstärker – insbesondere Windenergieanlagen mit einer Leistung von über 6 Megawatt spielen eine zunehmend wichtige Rolle.

Mit dem kontinuierlichen Zubau erneuerbarer Erzeugungskapazitäten nehmen Phasen negativer Strompreise zu. Viele Betreiber prüfen daher zusätzliche Möglichkeiten, ihre Erträge zu stabilisieren – zum Beispiel durch den Bau von Batteriespeichern. Speicherlösungen eröffnen neue Vermarktungsmöglichkeiten, sind jedoch mit spezifischen Herausforderungen verbunden: Die Technologie entwickelt sich dynamisch weiter, neue Marktakteure treten in den Wettbewerb ein, Geschäftsmodelle sind komplex und teilweise noch nicht vollständig etabliert. Hinzu kommen begrenzte Netzanschlusskapazitäten sowie rechtliche und regulatorische Unsicherheiten.

Das Windjahr 2025 war insbesondere im Norden unterdurchschnittlich. Aufgrund zahlreicher windschwacher Phasen im Frühjahr und Herbst fielen die Stromerträge vieler Windparks spürbar niedriger aus als in einem durchschnittlichen Jahr. Positiv wirkte sich hingegen aus, dass sich der Marktwert für Windstrom im Vergleich zum Vorjahr leicht erhöht hat und damit einen Teil der geringeren Mengen ausgleichen konnte.

Insgesamt blicken wir auf ein sehr erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Wir als VR Bank Nord haben mit hoher Geschwindigkeit viele neue Projekte gemeinsam mit unseren Kunden realisiert. Es wurden insgesamt 30 neue Windenergieanlagen finanziert. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der von VR Bank Nord eG finanzierten Windenergieanlagen auf 952 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 3.262 MW.

Axel Birnmeyer, Fachbetreuer Energie in Schleswig

Husum Wind 2025

Die Husum Wind zählt zu den wichtigsten Messen für erneuerbare Energien in Deutschland. Im September haben rund 600 Ausstellende ihre Produktneuheiten und Spitzentechnologien vorgestellt. Dabei ging es von Onshore- und Offshore-Wind über grünen Wasserstoff, Sektorenkopplung und Speicherlösungen bis hin zu Digitalisierung, Recycling, Repowering und Finanzthemen.

Wir waren mit vielen Kolleginnen und Kollegen aus dem Energiebereich und dem Beteiligungsmanagement der VR Bank Nord vor Ort. Für uns ist die Messe jedes Mal ein Ort für wertvolle Begegnungen, spannende Impulse und den Austausch mit Partnern aus der gesamten Branche.

Axel Birnmeyer, Fachbetreuer Energie in Schleswig
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